openILIAS UNIVERSITÄT HOHENHEIM
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Stimm- und Sprechübungen

Ihre Stimme ist das wichtigste Instrument, mit dem Sie im Hörsaal Präsenz herstellen können. Sie "trägt" Ihre Inhalte. Damit die Stimme diese Aufgabe optimal erfüllen kann, sind folgende Übungen besonders hilfreich, die Sprechtrainerin Maxi Zöllner Ihnen im Video demonstriert. Die Übungen sind als Warm-up-Programm vor der Vorlesung geeignet, aber auch als "Trainingsprogramm für den Hörsaal".
Um das gesamte Video zu sehen, nutzen Sie den Player unten. Im Fächerkasten darunter finden Sie die einzelnen inhaltlichen Aspekte. Mit den Links können Sie direkt zu den entsprechenden Stellen springen (in Ihrem Browser öffnet sich ein neues Fenster).
Warum Stimmtraining?
Warum überhaupt Stimmtraining? Ist das viele Sprechen in der Lehrpraxis nicht auch ein Training? Ganz klar nein. Das wäre in etwa so, als würde man das Sitzen am Schreibtisch als Rückentraining bezeichnen. Die Stimme braucht, wie der restliche Körper auch, ein auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittenes Training, um den Anforderungen im Alltag gewachsen zu sein. Die tägliche Routine eines Sprechtrainings ist für Lehrende sehr vorteilhaft. Die Stimme bleibt gesund, ist leistungsfähig und ausdauernd. Man weiß auch: sie klingt gut. Und man hat Vertrauen zur eigenen Stimme, weil man weiß, sie wird durchhalten. Und die Studierenden verstehen den Text gut. Zumindest akustisch steht dann einem Verständnis der Inhalte nichts im Wege.
Wenn sie im folgenden mitüben wollen, sollten sie sich jetzt einen Spiegel zurechtlegen.
Gymnastik für die Mundmotorik
Wenn sie im folgenden mitüben wollen, sollten sie sich jetzt einen Spiegel zurechtlegen.
Zuerst etwas Gymnastik, um die Mundmotorik zu wecken. Los gehts. Die Lippen innen mit der Zunge umkreisen [Demonstration]. Und die andere Richtung [Demonstration]. Jetzt "züngeln". Dabei kommt es darauf an, die Zunge möglichst chaotisch im Mund zu bewegen [Demonstration]. Und zum Schluss eine feste Lippenbremse [Demonstration].
Den Rachen dehnen
Jetzt eine Übung, um den Rachen zu dehnen. Das ist die sogenannte Pleuelübung. Die geht so: man steckt die Zungenspitze hinter die unteren Schneidezähne und wölbt dann den Zungenkörper nach außen hinaus. Ich zeig das mal seitlich [Demonstration]. Diese Übung kann man immer machen, wenn man ein Engegefühl im Hals verspürt, oder wenn man etwas für das Volumen der Stimme tun möchte, weil sie nämlich den Resonanzraum vergrößert.
Zwei Übungen zur schonenden Einstellung der Stimmlippen
Jetzt folgen Übungen mit Ton. Dazu ein Gedanke vorweg: wenn man einen neuen Sport lernt, oder eben, bei der Gesichtsgymnastik, macht man etwas nach, was man sieht. Bei den Tonübungen jetzt geht es darum, dass sie etwas imitieren, das sie hören. Versuchen sie also, ihren Höreindruck innerlich mit Ihrer eigenen Stimme nachzuvollziehen.

Das Ziel der folgenden beiden Übungen ist es, die Stimmlippen in eine schonende Einstellung zu bringen. Schonend ist eine schlanke, schmale Einstellung. Los gehts. [Demonstration] In Zeitlupe: [Demonstration] Man verzwirbelt also ein "U" und ein "A" zu einer untrennbaren Einheit. [Demonstration]. Die nächste Übung geht so: [Demonstration]. Dieses Grinsegesicht gehört dazu, machen Sie das also bitte auch.
Übung zur Tragfähigkeit in großen Räumen
Jetzt folgt eine Übung für die Tragfähigkeit in großen Räumen. Um die Tragfähigkeit zu üben, muß man lernen, Vokale länger auszusprechen, das heißt, ich dehne jetzt extrem die Vokale. „Morgensonne“ oder „Riesenrad“ oder „A-Quadrat“ - was immer ihr Thema ist.
"Korkenübung" zur Artikulation
Und zum Schluss der Klassiker: die Übung mit dem Korken. Damit kann man die Artikulation sehr gut trainieren. So geht's: man nimmt den Korken in eine Hand, hält ihn zwischen die Zähne und sagt ein Wort. Dann wechselt man den Korken in die andere Hand und wiederholt das gleiche Wort. Ich mach's mal vor. „Abrakadabra“ – Handwechsel – „Abrakadabra“ – während man die Konsonanten spricht, kann man einfach auf den Korken beißen. Auf diese weise kann man zwei Worte pro Übungseinheit üben. Noch ein Beispiel: „Simsalabim“.
Allgemeine Übungshinweise
Einige allgemeine Übungshinweise: Stirn, Nase und Augen sollen locker bleiben. Es passiert sehr leicht, wenn man in dem Mundbereich anfängt, stark zu arbeiten und neue Sachen zu machen, dass sich Spannungen oder irgendwelche Bewegungen in diesem Bereich einschalten. Daher ist es so wichtig, mit dem Spiegel zu kontrollieren, dass Stirn, Nase und Augen locker bleiben. Dann ist es wichtig, wenn man lange "A" artikuliert, sich gleich anzugewöhnen, jedes mal den Mund ganz weit aufzumachen. Dann übt man immer die Deutlichkeit mit.
Zusammenfassung
Ich fasse zusammen: wir haben jetzt die Mundmotorik trainiert mit der Gesichtsgymnastik. Dann haben wir die Stimmlippen in eine schonende, schmale Einstellung gebracht und, so vorbereitet, dann die Tragfähigkeit und Artikulation trainiert. Das sind die wichtigsten Parameter, die sie brauchen für das Sprechen in der Öffentlichkeit.
Tägliches "Warm-up" für die Stimme
Zum Abschluss würde ich ihnen jetzt gern zeigen, wie man aus diesen Übungen ein Warm-up macht. Dazu verschmilzt man sie einfach ganz intuitiv zu einer Art Medley. Da gibt es keine feste Reihenfolge. Ich mache jetzt, was ich morgens für mich mache. [Demonstration] 
Literatur